Eigentlich war die Oma an allem Schuld. Denn damit Joschi keine Fluchworte mehr verwendet, solle er sich dafür doch ein anderes Wort überlegen. Was durch das gewählte Wort "Gruselfurzwuselpupsel" ausgelöst wird, konnte ja niemand ahnen... - Christine Nöstlinger hat mit "Die Sache mit dem Gruselwusel" ein lustiges und wenig gruseliges Buch über Kinderängste und Geschwisterliebe geschrieben.
"Der Mann, der starb wie ein Lachs" ist der Drittling des schwedischen Erfolgsautors Mikael Niemi über die Tornedal-Finnen-Minderheit im nördlichen schwedischen Grenzland. Sätze wie Baumstämme im Nadelwald. Einer neben dem anderen ohne Rücksicht auf den Weg, den der Leser nehmen muss.
Fast ein bisschen kitschig zeichnet Friedl Hofbauer in "Die Gespensterquelle" das Bild von der funktionierenden Großfamilie auf dem Land, Florians Mutter kümmert sich um Hof und Vieh, der Vater ist Jäger, die Großmutter wohnt zwar in ihrem eigenen Häuschen, hilft aber fleißig in der Wirtschaft.
Rita Litini, verführerischer Blondschopf mit üppiger Oberweite, braucht dringend einen neuen Prinzen, der ihr ein sorgenfreies Luxusleben finanziert. Der versteckt sich zwischen Tauchern und anderen Amphibien in Dahab. Ob du richtig küsst, siehst du, wenn das Licht angeht. Mascha Pawlowitsch liefert mit "Russisch blond" ein amüsantes, russisches Märchen ab - und Christine Koblitz so nebenbei den 2000. Artikel für Kulturwoche.at.
Das nach elf Jahren im Haymon Verlag wieder aufgelegte Werk "Leonardos Hände" von Alois Hotschnig erzählt anhand der auf Schuld basierenden Beziehung zwischen einem Rettungssanitäter und einer Drogensüchtigen eindringlich und sprachgewaltig vom Leben als Schmerz, vor dem man aus Angst lieber flüchtet, als sich der Realität zu stellen.
Wie sieht die berühmte Schweizer Neutralität eigentlich aus? Die Schweizer Autorin Petra Ivanov erzählt emotionslos und sorgfältig von Verbrechen und deren Aufklärung. Dabei verwebt sie geschickt mehrere Handlungsstränge und Sichtweisen, die an unseren geistigen Schubladen rütteln. Der Regio-Krimi "Angst, Haas und Seitensprung" und der Roman "Stille Lügen" sind Bücher, die sich vor der letzten Seite nicht so leicht zuklappen lassen.
Sie ist eine der sechs Swiss-Crime-Ladies und begann als freie Journalistin: Petra Ivanov. Weil manche Themen von den Redaktionen als "zu wenig interessant" abgelehnt wurden, verpackte sie diese gemeinsam mit einem Verbrechen ins Krimiformat. Heute wird sie für das Krimi-Schreiben beauftragt. Christine Koblitz schickte der Autorin einige Fragen und erhielt diplomatische Antworten. Kein Wunder, wollte sie doch als Kind UNO-Generalsekretärin werden.
Der Roman "Als ob es kein Morgen gäbe" handelt vom zersetzenden, grauenhaften Spiel des Tötens in Libanon. Eine poetische Auseinandersetzung von Rawi Hage, kongenial in die deutsche Sprache gehievt von Gregor Hens. Leseeindrücke von Tristan Jorde.
Es ist Nacht und es schneit auf der schönsten Alpenstraße Europas. Ohne bekanntes Ziel sind sieben Auto- und Beifahrer, beladen mit Geheimnissen und Schuldgefühlen unterwegs, um ihrem Alltag zu entfliehen. Die Gedanken darüber, die der Leser in Bernhard Aichners "Schnee kommt" durch einen allwissenden Erzähler erfährt sind es auch, die zu den beiden Unfällen vor und in dem Tunnel führen, welche das Leben aller Beteiligten von Grund auf neu strukturieren werden.
Ein sozialkritischer Roman liegt mit "Das Kind der anderen" von Karine Reysset vor, der aufzeigen möchte, wozu Frauen mit unerfülltem Kinderwunsch fähig sind, welche Dramen sich in der Seele jener Mütter abspielen, die lebende Särge ihrer Kinder sind.
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