Nach Nummer 10 kommt bekanntlich die Nummer 11. So auch bei
Funny van Dannen. Kaum zu glauben, aber wahr: der deutsche Allround-Künstler
mit niederländischer Herkunft hat sein 11. Album "Saharasand" herausgebracht.
Auch diesmal fährt er wieder mit absurden, politisch-kritischen, komischen
Texten verpackt in 21 Songs auf.
Feine Celloklänge, sanftes Klavierspiel, poetische Texte und
eine zuckersüße Stimme, vereinigt zu einem wunderbar melancholischen
Indie-Pop-Arrangement. Das ist das Clara Luzia-Album "The Ground Below".
Quasi ein Nachtrag zum Auftritt des Duos im Wiener
Konzerthaus (Nov 09): Das blinde Musikerpaar Amadou & Mariam schufen mit
dem Album "Welcome To Mali" ein weiteres musikalisches Meisterwerk in der
Musikgeschichte Malis. Mitreißende Percussion-Rhythmen und Songtexte in Bambara - die malische Landessprache - geschmückt mit Rock-Gitarren, Tablas, Nays und
kolumbianischen Posaunen vermischen sich zum sogenannten "Afro Blues Rock".
Das vorliegende Album des Gitarristen und Sängers wurde live
in Wien aufgenommen, und zwar beim Sound of Vienna Konzert am Kahlenberg Ende
August 2009. Feliciano-Fans werden entzückt sein.
Mit einem Patchwork an Klanggebäuden wartet Yello, dahinter stecken der Soundtüftler Boris Blank und der Textlieferant Dieter Meier, bei ihrem 30-Jahr-Jubiläum auf. Touch Yello ist ein extravagantes Hörvergnügen, das hervorragend funktioniert.
Nach "The Art Of How To Fall", "Is That You?" und "I Keep My Cool" veröffentlicht Rebekka Bakken mit "Morning Hours" nun ihr viertes Album - ihr mit Abstand bisher bestes.
Seine langen Haare und sein Schlapphut sind sein
Markenzeichen, seine Attitüde legendär, sein variantenreiches, virtuoses
Akkordeonspiel unverwechselbar.
"Christmas in the Heart" ist das erste Dylan-Album seit "World Gone Wrong" (1993), auf dem ausschließlich Coverversionen zu hören sind. Dass er sich ausgerechnet Weihnachtslieder vornahm ist eine große Überraschung. Weniger überraschend vielleicht, dass His Bobness innerhalb dieses Genres ein echter Meilenstein gelang.
Drei Weihnachtsalbenveröffentlichungen aus Österreich wollen gehört, und daher an dieser Stelle vorgestellt werden, nämlich jene von Velvet Voices, von Cinnamon Cookie Singers und von Otto Hablit und die Vorstadt Soul Combo.
Ein großes Album durfte man sich von George Benson
eigentlich nicht mehr erwarten, nach den beinahe schon zahllosen bestenfalls
mittelmäßigen Veröffentlichungen der letzten Jahre. Wie schön es ist sich zu
irren kann man auf "Songs and Stories" nachhören.
Ein betörendes Debütalbum von schlichter Schönheit und intensiven Bildern gelang der niederösterreichischen Sängerin, Pianistin, Arrangeurin, Komponistin und Produzentin Irmie Vesselsky. Wirkungsvolle Musik, ausgependelt zwischen Jazz, Pop und Klassik.
Ein ungewöhnlicher Bandname wie Schenis braucht ein
ungewöhnliches Art-Work. Wessen Zähne da vom CD-Cover entgegenblinken wissen
wohl nur Sängerin Nika Zach und ihr musikalischer Compañero Michl Hornek.
Manchmal muss man weite Wege zurücklegen, um ans Ziel zu
gelangen, im Falle vom Vienna Art Orchestra bedeutete dies eine radikale
Verjüngungskur unter den Musikern. So entstand mit Third Dream ein exzellenter
Kompositionsreigen von mathias rüegg.
Es ist ihr wieder gelungen: Miss Platnum bleibt sich treu und liefert wieder einen Musik- und Kulturmix vom Feinsten: souliger R'n'B und elektronische Club-Musik treffen auf rumänische Balkanbeats. Ein sehr erfrischendes Album, für das die Berlinerin mit rumänischen Wurzeln mit den zwei großartigen serbischen Blasmusikern Boban und Marco Marcovic zusammengearbeitet hat.
Als persönlicher Freund von Coverversionen-Alben macht eineBand wie die Easy Star All-Stars natürlich besonders viel Freude. Nach PinkFloyd und Radiohead sind nun also The Beatles an der Reihe und aus dem "Sgt. PeppersLonely Hearts Club Band" wird die "Lonely Hearts Dub Band".
Der aus Tunis stammende Oud-Spieler und Komponist Anouar Brahem
legt mit "The Astounding Eyes of Rita" ein Album mit großen Erzählungen und
lyrischer Kraft vor ohne Worte gebrauchen zu müssen. Gewidmet sind die
Instrumental-Poesien dem verstorbenen Schriftsteller Mahmoud Darwish.
Die einfachsten Riffs können oft in die irrsten Schräglagen
führen, und von dort kann es freilich wieder ganz woanders hingehen. Nein, hier
ist nicht von Frank Zappa die Rede, sondern von der Jazzwerkstatt Wien, die,
unter Studio Dan firmierend, die Doppel-CD "Creatures & Other Stuff"
vorlegt.
Mit Hang zum pathetisch verzweifelten Drama kann Rufus
Wainwright zweifellos als einer der ungewöhnlichsten Musiker unserer Zeit betrachtet
werden. Mit "Milwaukee at Last" reicht er nun das Live-Album zur "Release the
Stars" Tour nach.
Ein Pseudonym stand am Beginn seiner Solo-Karriere, und das
hatte seine (rechtlichen) Gründe. So wurde 1973 aus John Fogerty eben "The Blue
Ridge Rangers" - in den Folgejahren und aufgrund seines ersten Soloalbums unter
eigenem Namen entbrannte schließlich einer der kuriosesten Rechtsstreitereien, indem
er des Plagiats beschuldigt wurde von seinen eigenen Liedern abgeschrieben zu
haben. (!) Das ist lange her und jetzt reitet "Blue Ridge Rangers" wieder.
Von Cedric Bixler-Zavala und Omar Alfredo Rodriguez-Lopez im
Jahr 2001 gegründet präsentierte sich The Mars Volta von Beginn an als
experimentelle Rockband mexikanisch-puertoricanischer Herkunft, berühmt-berüchtigt
für grenz- und zeitlose Ausflüge in uferlose Improvisationsgefilde. Nun liegt
mit "Octahedron" das fünfte Studioalbum der Band vor.
Zu meinen ganz persönlichen Lieblings-Sounds dieser Welt gehört
Musik aus Kap Verde. Behäbigkeit scheint dort ein unbekannter
Zustand zu sein, na ja, zumindest musikalisch, die Leichtfüßigkeit der
kapverdischen Musik ist jedenfalls ziemlich ansteckend, so auch "Morabeza", das
neue Album von Maria de Barros, die als mögliche Nachfolgerin von Cesaria Evora
gilt.
Brian Eno meinte mal, Tony Allen sei "der
wahrscheinlich großartigste Schlagzeuger aller Zeiten". Die 11 Lieder auf "Secret Agent" untermauern diese Mutmaßung und pendeln zwischen Funk und
trancigen Afrobeats. Ein unwiderstehliches Album von einem der
einflussreichsten Musiker des Kontinents.
Nach mainstreamigen Kate Perrys, Duffys und Veronicas, die
bei aller Berechtigung ihren musikalischen Tiefgang spätestens bei der
Live-Performance aufgeben, und nicht halten können was die Konserve verspricht,
nun zur künstlerischen Erbauung mit Gehalt - die Noisettes aus London mit ihrem zweiten Longplay-Album "Wild Young Hearts".
Ob es ein Meisterwerk ist? Es ist wie die meisten Werke des poetischen Musikanten. Vielsagend, aber keine Überraschung, auf die man bei Bob Dylan immer wieder wartet. Weniger hintergründig, mehr spielfreudig. Trotzdem lässt Album Nr. 46, das unter dem Titel "Together Through Life" firmiert, Dylanianern ein großes Feld an Frei- und Spielraum.
Musik als Lebenselixier der Hoffnung, Mystik und
Kulturgeschichtliches thematisierend. "Dervish" vom in Österreich lebenden armenischen Pianisten Karen
Asatrian vereint all dies. Hymnische Tanzmusik, umgesetzt mit der Jazz-Motorik,
fein zelebriert von den armenischen Spiritisten rund um Saxofonist Wolfgang
Puschnig.
Stillstand oder Entwicklung? Was passiert mit einem Live-Repertoire, wenn man zwei Jahre auf Tour ist, und noch dazu, so wie im Falle von Hubert von Goisern, das doch eher ungewöhnliche Transportmittel Schiff wählt, um im Hafen seiner Wahl live aufzuspielen. Das Live-Dokument "Haut und Haar" gibt Auskunft.
Da haben sie sich fünf Jahre lang Zeit gelassen für ein neues Album, und dann veröffentlichen Die Strottern nur wenige Monate nach "I gabat ois" gleich noch einen Tonträger, diesmal gemeinsam mit der Jazzwerkstatt Wien. "Elegant" ist nicht nur der Titel der CD, sondern auch das zu Gehör gebrachte.
Das 29. Album von Declan Patrick Aloysius MacManus alias Elvis Costello entstand in Zusammenarbeit mit T-Bone Burnett und führt in die ländliche Musikhistorie Amerikas. "Secret, Profane & Sugarcane" ist der perfekte Soundtrack, wenn man in den Sonnenuntergang reitet.
Ein Album, das mich nun schon seit einigen Monaten nicht in Ruhe
lässt und regelmäßig im CD-Player landet hört auf den Titel "Simply Grand",
gesungen von Irma Thomas, die sich, gemäß dem Album-Titel einige Klaviergrößen
ins Studio einlud.
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